Am 24. Februar 1983, erstickte einsam in seinem Bett im Hotel Elysees, New York, ein Mann, der einmal bekannt war
als 'der größte lebende amerikanische Dramatiker'. Der oberste städtische Beauftragte für die ärztliche Untersuchung konstatierte, dass er versehentlich einen Plastikverschluss verschluckt hatte, wie er bei Nasenspray- oder Augentropfenflaschen verwendet
wird, und daran erstickt war.
Thomas Lanier Williams, geboren am 26. März 1911 in Columbus Mississippi, war der Zweitgeborene von drei Kindern. Er stammte ab von Mississippi's erstem Gouverneur und Senator. Sein Vater, Cornelius Coffin, . heiratete die Tochter eines Ministers, Edwina Dakin Williams. Nach einer unglücklichen Kindheit studierte er an der Missouri-Universität. Nach Beendigung des Studiums und zu seinem Leidwesen übernahm er eine Stelle bei einer Schuhfirma in St. Louis , derselben, für die auch sein Veater gearbeitet hatte. Sein erstes Stück, das aufgeführt worden war, schrieb er 1935, aber erst1945 , im Alter von 34 Jahren, wurde Schreiben endlich seine Bestimmung. Sein Werk 'die Glasmenagerie' führte ihn wie einen Senkrechtstarter zum Erfolg. Williams beurteilte es als ein 'Memory-Spiel' , das auf seinem Leben als junger Mann basiert, als er mit seiner Mutter und seiner älteren Schwester Rose in St. Louis lebte. Angeordnet in einem Appartment, das dem sehr ähnelt, das seine Familie nach dem Umzug nach St. Louis bewohnte. Es war eine dunkle Behausung der unteren Mittelklasse, die sich in der Nähe eines Tanzlokals befand, nahe zur Innenstadt. Der Protagonist Tom Wingfield war die eigene Schöpfung von Tennessee. Ein missmutiger Angestellter eines Schuh-Warenhauses, der davon träumt, ein Dichter zu werden. Amanda Wingfield hat mit ihrer Mutterrolle viel Ähnlichkeit mit Tennessee's eigener Mutter, eine herrische, melodramatische, verblühte Schönheit, die besessen ist von Erinnerungen an ihre Jugend. Laura, Toms Schwester, ist auch der Realität entnommen, ein schrecklich schüchternes und verunsichertes Mädchen, das sich hinkend bewegt, ein Leiden, das sie schon seit ihrer Kindheit verflucht. Amanda versucht Laura zu zwingen , das Leben ihrer verlorenen Jugend als begehrenswerte Schönheit der Südstaaten zu führen. Während sie Tom mit seinen literarischen Träumen entmutigt, beschließt sie, Laura solle einige Freier im Appartment haben. Tom unterstützt Amanda und Laura, da deren Vater sie verlassen hat. Er hasst die Situation so wie Tennessee es tat. Letzten Endes bestimmt Amanda, Tom möge sich absetzen, wenn er Laura zu einem Freier verhilft. Auf diese Weise können sie und Laura versorgt werden, und sie lassen Tom seinen Träumen nachjagen.Tom bringt einen Jim O'Connor für Laura. Der Name dieser Person war dem realen Leben von einem Liebhaber von Tennessees Schwester entnommen worden. Die Situation beginnt viel versprechend, aber endet in völliger Hoffnungslosigkeit. Rose (Williams Schwester) kam in eine Anstalt, bevor die Mutter zustimmte, dass sie eine profrontale gehirnchirurgische Behandlung über sich ergehen lassen sollte.
Seinerzeit ungewöhnlich stimmungsvoll, anmutig und mit einem tiefen emotionalen Unterton, hatte man nicht erwartet, dass es zu so einem außergewöhnlichen finanziellen Erfolg auf dem Broadway und außerhalb kommen würde. Der 'New York Drama Critic Circle´zeichnete 'die Glasmenagerie' als das beste Stück der Saison 1944-45 aus. Die Jury benötigte 15 Minuten und fällte die Entscheidung bei einer ablehnenden Stimme schon bei der ersten Abstimmung.
bwohl er über 40 Stücke geschrieben hatte, einschließlich 'Endstation Sehnsucht', 'die Katze auf dem heißen' Blechdach' , Sommer und Rauch', 'die tätowierte Rose' und 'Camino Real', war Williams auch ein Dichter, Novellenschreiber und Drehbuchautor. Er erhielt vier Auszeichnungen vom 'Critic Circle', einen Pulitzer-Preis 1948 für 'die Katze auf dem heißen Blechdach', das die längste SpielzeiMGM zahlte ihm 750.000 $ für die Filmrechte. Davor hatte MGM einen Film über einen Callboy verworfen. Dann wurde 'die Glasmenagerie' zweimal verfilmt, 1950 und 1987 .
Rollen von Tennessees Werk haben Schauspieler übernommen wie:
Liz Taylor, Al Pacino, Kirk Douglas, Montgomery Clift, Marlon Brando, Kathryn Hepburn, Paul Newman, Robert Redford. Natalie Wood, Bette Davis, Richard Burton, Ava Gardner, John Malkowitch.
Außer Shakespeare ist kein Dramatiker in so einem Ausmaß studiert worden wie Williams. Tennessee schrieb intensiv, ausnahmslos alle konstruierten Dramen mit unverwechselbaren stimmungsvollen weiblichen Bezügen. Viele waren emotional unstabil und Zielscheibe von Manipulationen. Die Männer neigten zu unerbittlichem erbarmungslosen Verhalten, so wie Big Daddy in 'die Katze auf dem heißen Blechdach' oder Stanley in 'Endstation Sehnsucht'. Das Unterschwellige in seinen Stücken sind bizarre Emotionen, die zu schockierendem Verhalten führen . Er wurde am stärksten beeinflusst von Ibsen, der international große Anerkennung bekam für sein Spiel 'Norma oder das Puppenheim'. Als er Ibsens Stück 'Gespenster' gesehen hatte, beschloss er Dramatiker zu werden.
Williams heiratete nie. Seine engste Beziehung hatte er zu seiner Schwester Rose. Obwohl nichts Sexuelles zwischen ihnen war, gestand er in seinen Memoiren, dass es eine gezwungene Bruder-Schwester-Beziehung gab. Er hielt es für sich bis in seine dreißiger Jahre, dass er homosexuell war. Tennessee hasste das Onanieren und das tuntenhafte Gehabe der Homosexuellen. Williams hatte mehrere Partner, aber man nimmt an, dass der vertrauteste zu ihm Frank Meriot war, ein Kettenraucher, Sizilianer, ehemaliger Matrose.
Tennessee war Alkoholiker und Drogensüchtiger, bevor er 1970 für drei Monate in die Psychiatrische Klinik Renard des Barnes-Hospitals, St. Louis, eingewiesen worden war. Nach seiner Entlassung blieb er bis zu seinem Tod ein Drogenabhängiger. Am Tag nach dem Tod von Tennessee Williams veröffentlichte 'The Times' einen Artikel, in dem zu lesen war: "Niemand sah es. Vergiss es: eine Frau mit einem gestörten Verstand nimmt den Arm eines Mannes, der sie in ein Asyl begleitet und mit ausgesprochener Höflichkeit sagt: Wer immer Sie sind - ich war immer auf die Liebenswürdigkeit Fremder angewiesen."
Dan Eady